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Während
die Politik seit der Klimaschutzkonferenz von Kyoto im Jahr 1997
auf der Stelle trat - erst im Sommer 2001 wurde ein Kompromiss zur
Ausgestaltung des "Kyoto-Protokolls" gefunden -, hat die
Industrie, allen voran die Chemie, bereits erhebliche Erfolge in
der Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen zu verzeichnen.
Auch für Bayer hat der Klimaschutz Priorität. Trotz steigender
Produktion streben wir an, den Ausstoß der beiden Treibhausgase
Kohlendioxid (CO2) und Distickstoffoxid (N20)
in den Werken der Bayer AG bis zum Jahr 2010 deutlich zu senken:
im Vergleich zu 1990 um über 50 Prozent. Dieses Ziel haben
wir bereits jetzt weitgehend erreicht.
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 Am
Standort Dormagen spart das neue Gas- und Dampfturbinenkraftwerk
ca. 600.000 Tonnen CO2 ein. |
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In
Kyoto hatten sich die Industrie- und Schwellenländer im Jahr
1997 in der "3. Vertragsstaatenkonferenz" verpflichtet,
den Ausstoß von sechs Treibhausgasen, allen voran Kohlendioxid,
bis 2012 um 5,2 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Die EU legte
sich auf eine Verringerung der Emissionen um acht Prozent fest.
Die USA wollten sieben, Japan sechs Prozent ihrer Emissionen senken.
Innerhalb der EU hat Deutschland - im Rahmen des so genannten Burden
Sharing - eine besondere Verpflichtung auf sich genommen: Bis 2012
soll der nationale Ausstoß der sechs Treibhausgase sogar um
21 Prozent gesenkt werden.

Bei
der kontrovers diskutierten Frage, welcher Anteil der Reduktionsverpflichtungen
im eigenen Land erbracht werden muss und mit welchem Anteil so genannte
Treibhausgas-Senken, zum Beispiel Wälder, angerechnet werden
dürfen, wurde im Sommer 2001 auf der Bonner Klimaschutzkonferenz
ein Kompromiss gefunden.
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 Kyoto
1997: Industrie- und Schwellenländer verpflichten sich
zur Reduzierung des Ausstoßes von Treibhausgasen. |
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Unabhängig
von den politischen Entscheidungen hatte sich Bayer schon nach der
Klimarahmenkonvention von Rio de Janeiro im Jahr 1992 das Ziel gesetzt,
im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung möglichst wenig Energie
zu verbrauchen und damit zugleich auch die Kohlendioxid-Emissionen
deutlich zu verringern. Bei der Bayer AG betrugen die Emissionen
der Treibhausgase Kohlendioxid und Distickstoffoxid (Lachgas) im
Jahr 1990 rund zehn Millionen Tonnen CO2-Äquivalente.
Schon bis heute haben wir sie deutlich senken können - in erster
Linie durch
- die
thermische Zersetzung des Distickstoffoxids im Werk Krefeld-Uerdingen
(Einsparung: ca. 4 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente
pro Jahr),
- den
Ersatz unseres Kohlekraftwerks am Standort Dormagen durch ein
modernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (Einsparung: ca. 0.6
Millionen Tonnen CO2-Äquivalente pro Jahr),
- die
Umstellung unserer Chlorelektrolyse in den Werken Krefeld-Uerdingen
und Dormagen von der bisherigen Amalgam- auf die Energie sparende
Membrantechnologie (Einsparung: ca. 0.2 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente
pro Jahr).
Mit
diesen und einer Vielzahl weiterer technischer Verbesserungen haben
wir das Energiespar-Potenzial in unseren deutschen Werken bereits
zu einem großen Teil ausgeschöpft und können somit
die Kohlendioxid-Emissionen in den kommenden Jahren nur noch in
bescheidenem Umfang verringern, zumal wir auch weiterhin Produktionssteigerungen
erwarten. Immerhin aber haben wir bereits jetzt unser selbst auferlegtes
Ziel zur Reduzierung der Treibhausgase weitgehend erfüllt.
Im
Juli 2001 wurde in Bonn die Voraussetzung für eine international
verbindliche Reduktion von Treibhausgasen aus den Industriestaaten
vereinbart. Damit sind restriktive nationale Alleingänge,
die unter Umständen eine deutliche Verschlechterung der Wettbewerbspositionen
gegenüber anderen Ländern zur Folge haben könnten,
weitestgehend ausgeschlossen.

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 In
dieser Anlage wird Lachgas, das bei der Herstellung von Adipinsäure
als Nebenprodukt anfällt, in die Luftbestandteile Stickstoff
und Sauerstoff zerlegt. |
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Die
Einführung der so genannten flexiblen Mechanismen ermöglicht
einem Land, die vereinbarten Ziele auch durch Projekte im Ausland
oder durch Handel zu erreichen. Als derartige flexible Maßnahmen
gelten der Handel mit Emissionsrechten (Emissions trading), emissionssenkende
Investitionen von Industrieländern in andere Industrie- oder
Schwellenländer (Joint Implementation) und die Unterstützung
des Technologietransfers in Entwicklungsländer, der gleichzeitig
zur Senkung der Treibhausgas-Emissionen führt (Clean Development
Mechanism). Gerade dieser Technologietransfer gehört bei uns
zum Alltag: Wir bemühen uns darum, an jedem unserer weltweiten
Produktionsstandorte den gleichen technologischen Standard zu implementieren.
Bei
dem Handel mit Emissionsrechten muss auf die richtige Ausgestaltung
geachtet werden. Sonst kann es im Lauf der Zeit zu Verknappungen
der CO2-Zertifikate kommen - und damit zu hohen Preisen
für zusätzliche Zertifikate für Unternehmen, die
expandieren wollen, möglicherweise sogar zu Wachstumsbeschränkungen.
Das wiederum könnte zu einer Verlagerung von Investitionen
in Länder führen, die sich nicht an diesem Emissionsrechtehandel
beteiligen. Vorsorglich arbeiten wir mit den nationalen und internationalen
Chemie- und Industrieverbänden daran, den Emissionsrechtehandel
wirtschaftsverträglich auszugestalten. Die EU geht in ihrem
Grünbuch zum Handel mit Treibhausgas-Emissionen davon aus,
ein innergemeinschaftliches System für den Emissionshandel
ab 2005 einzuführen.

Die
Selbstverpflichtung der Chemischen Industrie von 1996 zur Reduktion
der CO2-Emissionen hat sich ingesamt so bewährt,
dass sie im Jahr 2000 mit noch ehrgeizigeren Zielen fortgeschrieben
wurde. Bayer hat an diesem Erfolg tatkräftig mitgearbeitet.
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Europäische
Union


Das Kyoto-Protokoll soll 2002 in Kraft treten.
Das wird erst dann geschehen, wenn es von 55 Prozent der betroffenen
Industrieländer ratifiziert worden ist und 55 Prozent der zu
reduzierenden Emissionen umfasst.
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