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Wenn
es um die ökologischen Aspekte unserer Responsible-Care-Grundsätze
geht, dann scheuen wir nicht davor zurück, sogar in den Untergrund
zu gehen. Denn wir wollen auch Gefährdungen für Mensch
und Umwelt ausschließen, die von möglichen Altlasten
auf unseren Werksgeländen ausgehen könnten.
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In Hachioji, 40 Kilometer westlich von Tokio, wurden 66.000 Kubikmeter Boden in einem aufwändigen Verfahren von Quecksilber-Verunreinigungen befreit. |
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Hachioji liegt vor den Toren der japanischen Hauptstadt Tokio. Die 500.000 Einwohner zählende Stadt war früher als wichtiges Zentrum der japanischen Textilfabrikation bekannt. Mittlerweile wird Hachioji durch seine günstige Lage immer mehr zu einer Hochschulregion und zu einer Stadt der Hightech-Industrie. Die ehemalige Produktionsstätte unserer Tochtergesellschaft Nihon Bayer Agrochem (NBA), 1942 in damals noch ländlicher Gegend errichtet, liegt mittlerweile inmitten eines Wohnviertels der Stadt. Die Wohnhäuser sind lediglich durch eine Straße von dem Werk getrennt, in dem die NBA bis 1992 Pflanzenschutz-Mittel hergestellt hat. Dann wurde das Werk geschlossen, weil die gesamte Produktion in einem anderen Werk konzentriert werden sollte. Zur Vorbereitung des Geländeverkaufs hat man den Werksuntergrund intensiv auf mögliche Verunreinigungen mit Schadstoffen untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass ein Teil des Areals mit Quecksilber kontaminiert war. Umfangreiche Untersuchungen von unabhängigen Instituten ergaben aber glücklicherweise, dass nur anorganische Quecksilberverbindungen vorlagen und kein Quecksilber aus dem Boden ins Grundwasser gelangt war. Den Responsible-Care-Grundsätzen folgend, entschloss sich die Bayer-Tochter, die Bodenkontamination freiwillig zu beseitigen. So wurden rund 66.000 Kubikmeter des ausgehobenen Bodens mit Hilfe eines aufwändigen thermischen Behandlungsverfahrens vom Quecksilber befreit. Nach der Entfernung des Quecksilbers wurde das Gelände wieder mit dem Aushub verfüllt.

Für diese Arbeiten errichtete das Unternehmen vor Ort eine Anlage zur thermischen Behandlung, die 29 Monate lang rund um die Uhr im Einsatz war. Dank dieses integrierten Konzepts konnte der kontaminierte Boden an Ort und Stelle vollständig behandelt werden. Die gesamte Abluft der Anlage wurde kontinuierlich überwacht. Mit einem ganzen Katalog von Maßnahmen sorgte Bayer dafür, dass von dem Gelände keine Gefährdungen der Nachbarschaft ausgehen und Belästigungen durch Lärm und Erschütterungen auf ein Minimum reduziert werden konnten.
In enger Abstimmung mit den städtischen Behörden wurde außerdem entlang der Grundstücksgrenze eine regelmäßige Umweltüberwachung durchgeführt, um zu gewährleisten, dass die Sicherheitsmaßnahmen einwandfrei funktionierten. Alle Messergebnisse lagen deutlich unterhalb der gesetzlichen Grenzwerte.

Bei einem solchen Großprojekt ist die richtige Kommunikation mit den betroffenen Parteien von entscheidender Bedeutung. Mit Hilfe eines umfangreichen Informationspakets wurden die Nachbarn während des gesamten Projekts auf dem Laufenden gehalten. Auf dem Gelände gab es Informationstreffen für die Anwohner, um die Grundkonzeption und die Sicherheitsmaßnahmen während der Arbeiten ausführlich zu erläutern. Außerdem informierte ein monatlich erscheinender Newsletter die Anwohner über den Fortschritt des Projekts und über die Ergebnisse der Umweltüberwachung.
Dieses Responsible-Care-Projekt wurde Anfang 2001 abgeschlossen, die Gesamtkosten betrugen rund 75 Millionen Euro.

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 Die Sanierung der Leverkusener Dhünnaue macht große Fortschritte. 2005 wird hier die Landesgartenschau Nordrhein-Westfalen stattfinden. |
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Aus der Altlast wird ein Rheinpark
Weitaus höher liegen die Investitionen für die Beseitigung einer weiteren Altlast: die Sanierung der Leverkusener Dhünnaue, deren Fortschritte wir bereits in den vorhergehenden Responsible-Care-Berichten vorgestellt haben.
Das ehemalige Überschwemmungsgebiet des Rheins wurde von 1923 bis in die 60er-Jahre hinein mit etwa 6,5 Millionen Tonnen Abfällen - 10 Prozent davon Produktionsrückstände unseres nahe gelegenen Werks - verfüllt, um die damalige Gemeinde Wiesdorf, heute Stadtteil von Leverkusen, vor Hochwasser zu schützen. Dies geschah in Übereinstimmung mit der Stadt Leverkusen. Ein Teil der verfüllten Fläche wurde später landwirtschaftlich genutzt. Auf einem anderen Teil errichtete die Stadt Leverkusen in den 50er-Jahren Wohnhäuser mit insgesamt 250 Mietwohnungen und ein Altenwohnheim. In den 60er-Jahren wurde eine Autobahn durch das Gelände gelegt, 1972 dort das Autobahnkreuz Leverkusen-West gebaut. Als Ende der 80er-Jahre das Gefährdungspotenzial der Altablagerung erkannt worden war, einigten sich Stadt Leverkusen, Land und Bayer auf einen grundlegenden Sanierungsplan. Eines war schnell klar: Ein Auskoffern des gesamten Geländes wie in Hachioji kam nicht in Frage. In Absprache mit Experten entschlossen sich die Beteiligten daher dazu, das gesamte kontaminierte Gelände mit einer mächtigen, etwa vier Kilometer langen und bis zu 38 Meter tiefen Sperrwand von der Umgebung abzuschotten und die Oberfläche sorgfältig abzudichten, um das Eindringen von Oberflächenwasser und das Abfließen von belastetem Grundwasser zu verhindern. Außerdem wurden die Bewohner umgesiedelt und dann alle Häuser in dem kontaminierten Bereich abgerissen.
Die Spundwände stehen, die Oberfläche des Areals ist weitgehend abgedichtet - damit sind die von Bayer übernommenen Sanierungsaufgaben erfüllt. Mittlerweile hat die Stadt Leverkusen mit der Gestaltung und Begrünung der Fläche begonnen. Denn: Auf dem Kerngebiet der Sanierung wird bis zum Jahr 2003 der so genannte "Rheinpark" entstehen, der Leverkusen ein neues Gesicht geben wird. Dort wird im Jahr 2005, zum 75-jährigen Stadtjubiläum, die nordrhein-westfälische Landesgartenschau stattfinden. Bis dahin soll aus der ehemaligen Gemeinschaftsdeponie das Schmuckstück der Stadt geworden sein.

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