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Peter
Zollinger
Executive Director SustainAbility Ltd., London und New York, und Mit-Autor des Buches "The Power to Change" |
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Um
die Werte eines Unternehmens mit den Werten der Gesellschaft in
Einklang zu bringen, reichen herkömmliche Methoden allein nicht
mehr aus. Vielmehr bedarf es eines umfassenderen Rahmens.
Die Aufgaben der nachhaltigen Entwicklung bergen unterschiedliche Chancen und Risiken für jedes der Arbeitsgebiete von Bayer:
Gesundheit:
Hier sind jetzt nicht nur die immer dringlicheren ethischen Fragen
zur medizinischen Nutzung der modernen Biotechnologie, sondern auch
das schwierige Thema des weltweiten Zugangs zu lebensrettenden Arzneimitteln
aufzuarbeiten.

Landwirtschaft:
Nach den Kontroversen über genetisch veränderte Lebensmittel
und der BSE- und MKS-Krise muss sich Bayer umso mehr anstrengen,
weltweit über bevorzugte Methoden der landwirtschaftlichen
Erzeugung und Nahrungsmittelproduktion zu sprechen.
Polymere: Von zentraler Bedeutung
ist die kontinuierliche Verbesserung des Umweltverhaltens (insbesondere
der erfolgreichen Bayer-Polymere) durch Life-Cycle-Management. Der
sich wandelnde Markt birgt aber auch neue Herausforderungen, u.
a. biologisch abbaubare Kunststoffe aus erneuerbaren Rohstoffen.
Chemie:
Bayer ist wie die gesamte chemische Industrie aufgefordert, sich
noch intensiver für den Schutz der menschlichen Gesundheit
und eine "giftstofffreie" Umwelt einzusetzen. Nachhaltige
Entwicklung erfordert bessere grenzüberschreitende Informationen
über Chemikalien, eine rigorosere Anwendung des Vorsorgeprinzips
durch Verwendung möglichst sicherer Chemikalien sowie beschleunigte
Ablösung schädlicher Substanzen.

Nach unserer Analyse zur nachhaltigen Entwicklung in der Unternehmenspraxis sollten internationale Unternehmen folgende Themen auf ihre Tagesordnung setzen:
Business
Case für nachhaltige Entwicklung: Den Analysten und
Anlegern ist zu demonstrieren, dass sich die Anstrengungen von Bayer
bezüglich nachhaltiger Entwicklung positiv auf den wirtschaftlichen
Erfolg des Unternehmens auswirken. Die Aktionäre möchten
wissen, was dies für die heutigen Geschäftsmodelle bedeutet
und wie künftige Modelle aussehen könnten.
Gesellschaftspolitik:
Eigenständige Standpunkte des Unternehmens zu bedeutenden gesellschaftlichen
Themen sind zu formulieren und in Einklang zu den öffentlichen
Äußerungen von Bayer zur Nachhaltigkeit zu bringen.
Unternehmensführung:
Gewährleistung einer effizienten Unternehmens-führung,
indem auch Nachhaltigkeit zum Kriterium der "Best Practice"-Unternehmensführung
wird.
Die Beteiligung von Bayer an der UN-Initiative "Global Compact" und am "Weltwirtschaftsrat für nachhaltige Entwicklung" (WBCSD) verlangt, dass Bayer diese Themen im Kontext der Konzernstrategie engagiert angeht.

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