Markt und Gesellschaft stellen heute Anforderungen an die Eigenschaften von Produkten, die deutlich über traditionelle Qualitätsbegriffe hinausgehen. Mit Hilfe des Öko-Checks will Bayer alle geforderten Kriterien für die Qualität seiner Produkte erreichen.

Um sicher zu sein, dass unsere Produkte sowohl den Erwartungen unserer Kunden als auch den Ansprüchen von Gesellschaft und Umwelt genügen, haben wir konzernweit ein neues Produktbewertungssystem eingeführt, mit dessen Hilfe wir unsere bisherigen bedeutenden Produktgruppen, vor allem aber alle zukünftigen Innovationen genau unter die Lupe nehmen. Wir stellen uns die Frage, ob unsere Produkte inakzeptable Schwachpunkte aufweisen; ob sie umfassend den Herausforderungen zukünftiger Märkte entsprechen; ob sie gegenüber etablierten Produkten einen signifikanten Fortschritt darstellen; wo wir Ansatzpunkte finden können, um der Notwendigkeit nachhaltigen Wirtschaftens durch neue, effizientere, sicherere und umweltverträglichere Produkte noch besser entsprechen zu können.

Der Öko-Check ist ein leistungsfähiges Bewertungsinstrument für Produkte, mit dem wir diese Fragen beantworten können. Neu ist dabei im Vergleich zu bei Bayer lange etablierten Bewertungsansätzen für Produkte und Verfahren das Themenfeld Public Value, mit dem wir explizit untersuchen, ob unsere Produkte geeignet sind, möglichst vielen Menschen zu nutzen und deren Lebensqualität zu verbessern, ohne Ressourcen zu vergeuden oder die Umwelt über Gebühr zu belasten. Hier greifen wir die Signale aus der Gesellschaft auf und gleichen unsere auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Vorstellungen mit denen der Gesellschaft ab. Auf diese Weise erreichen wir eine ganzheitliche Bewertung der Produktqualität.

 


Presidential Green Chemistry Challenge Award

Bayer Corporation

 
 
 

Die Darstellung in Form des Diamanten ermöglicht, sich auf einen Blick über die Vor- und Nachteile eines Produkts zu informieren.
 
 

Fünfstufige Skala für die Bewertung von Produkten
Jedes Produkt wird in sechs Themenfeldern analysiert und bewertet (siehe Die sechs Qualitätskriterien). Beim Themenfeld Ökologie untersuchen wir beispielsweise die akute und chronische Ökotoxizität, die Frage der möglichen Bioakkumulation, den biologischen Abbau und die Pfade, auf denen das Produkt in die Umwelt gelangen kann.

Für jedes Themenfeld wird das Untersuchungsergebnis mit Hilfe einer fünfstufigen Skala bewertet: von sehr vorteilhaft (grün) bis sehr unvorteilhaft (rot). Daraus ergibt sich der "Ist-Status" für das Produkt. Zusätzlich wird in jedem Themenfeld nach Verbesserungsmöglichkeiten gesucht, um eine ganzheitliche Optimierung des Produkts im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu ermöglichen. Oder aber am Ende steht die Erkenntnis, dass ein Produkt unseren Maßstäben nicht mehr entspricht und daher aus dem Entwicklungs-Portfolio herausgenommen werden muss, wenn es sich nicht verbessern oder weiterentwickeln lässt.

Die Ergebnisse unseres Checks bringen wir in eine grafische Form. Würde ein Produkt in allen sechs Themenfeldern gleichermaßen die derzeit größtmögliche Qualität garantieren, so läge es im Bayer-Excellence-Diamanten überall im grünen Bereich. Er ist gewissermaßen das Gütesiegel, das dem Produkt in jeder Hinsicht - und damit auch im Wettbewerbsvergleich - seine "Product Excellence" bestätigt.

Der Bayer-Öko-Check ist damit ein Instrument zur qualitätsbasierten Portfolio-Steuerung im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung. Mit seiner Einführung im Jahr 2000 haben wir begonnen, die wichtigsten Produkte und insbesondere Neuentwicklungen, Wirkstoffe aus den Bereichen Gesundheit und Landwirtschaft, Werkstoffe unseres Arbeitsgebiets Polymere, Produkte für die Spezialitätenchemie und auch Verbraucherprodukte zu bewerten.

Zwei "Umwelt-Oscars" in Folge gewonnen
"Presidential Green Chemistry Challenge Award" - dieser vom US-Präsidenten alljährlich in verschiedenen Kategorien vergebene Preis gilt in den Vereinigten Staaten als der "Umwelt-Oscar". Er wird für herausragende technische Entwicklungen vergeben, die das Prinzip einer nachhaltigen Chemie verwirklichen. Diese Auszeichnung erhielt Bayer im Jahr 2001 bereits zum zweiten Mal hintereinander.

Im Jahr 2000 war sie der US-Tochter Bayer Corporation gemeinsam mit der Bayer AG für die Entwicklung von industriellen Lacksystemen verliehen worden, die auf Wasser statt auf organischen Lösemitteln basieren und auf diese Weise leicht-flüchtige Emissionen in erheblichem Maß verringern.

Metall- und Kunststofflackierung "auf einen Streich"
Rund 55 Millionen neue Automobile rollen derzeit weltweit in jedem Jahr vom Band. Beschichtet werden sie mit etwa 800.000 Tonnen Lack. Ein Großteil dieser Menge wird auf Basis der Lackrohstoffe von Bayer hergestellt. Bisher wurden Metallkarosserie und Kunststoff-Bauteile getrennt voneinander lackiert, weil die bisher erforderlichen Temperaturen - zwischen 140° und 160° Celsius - für viele Kunststoffe zu hoch sind. In Zusammenarbeit mit Lackherstellern und Partnern aus der Automobilindustrie sind wir dabei, einen völlig neuen Lackierprozess zu entwickeln, in dem wässrige statt lösemittelhaltige Zwei-Komponenten-PUR-Lacke eingesetzt werden, die bereits bei 90° Celsius vernetzen. So können Metall- und Kunststoffteile "auf einen Streich" lackiert werden. Diese neue "Inline-Lackierung" ist ein Beispiel für eine nachhaltige Produktentwicklung - eine Entwicklung, die Lackierzeiten verkürzt, die Emissionen umweltschädlicher Stoffe um bis zu 90 Prozent verringert und die Produktionsprozesse erheblich vereinfacht, kurzum: eine Entwicklung, die eine "Clean Production" ermöglicht.


Von der Natur inspiriert: Wie zum Beispiel die Sandklaffmuschel verhindert auch Baypure® CX unliebsame Kalkablagerungen.

Baypure® verhindert Kalkablagerungen
Mit dem Award 2001 wurde die Forschung und Entwicklung von Baypure® CX (Iminodisuccinat, kurz IDS) ausgezeichnet, einem Komplexiermittel mit sehr guter biologischer Abbaubarkeit.

Das Komplexiermittel Baypure® CX macht Metallionen unschädlich, die chemische Formulierungen zersetzen. Solche Zersetzungsprozesse werden sichtbar, wenn Cremes ranzig werden oder Papier und Baumwolle nicht den gewohnten Weißegrad haben. In technischen Anwendungen entfaltet das innovative Bayer-Komplexiermittel seine Eigenschaften bei Wasch- und Reinigungsmitteln, bei der Textil- und Papierherstellung sowie in der Fotoindustrie und in der Landwirtschaft. In vielen industriellen Anwendungen oder beim Endverbraucher gelangt das Komplexiermittel mit dem Wasser bzw. Abwasser in die Umwelt. Daher muss das Komplexiermittel hohe Anforderungen hinsichtlich der Ökotoxizität und der biologischen Abbaubarkeit erfüllen. Bei der Herstellung des Produkts entstehen darüber hinaus keine zu entsorgenden Abfälle.

Sowohl Baypure® CX als auch die auf Wasser basierenden Lacksysteme erfüllen die Ansprüche, die wir an ein ideales Produkt stellen.

     
 

Mit unserem Öko-Check wird jedes Produkt vor dem Hintergrund von sechs relevanten Themenfeldern analysiert und bewertet. Diese sind

  • der Mensch und seine Gesundheit - also der sichere Umgang für Verbraucher, Verarbeiter, Kunden und Mitarbeiter;
  • die Ökologie - Prüfung auf Umweltverträglichkeit;
  • der Produktlebensweg - Betrachtung aller möglichen Folgen und Auswirkungen im übergreifenden Sinne, nachdem das Produkt unser Unternehmen verlassen hat (Ökobilanz);
  • die Technologie - in der Produktion an allen Standorten;
  • der Public Value - Betrachtung der Akzeptanz des Produkts im gesamten Umfeld des Unternehmens sowie des Wertes für die Gesellschaft;
  • die Ökonomie - also die wirtschaftlichen Chancen und Risiken.